Videoschnitt mit DaVinci Resolve 16

DaVinci Resolve ist eine mächtige und dennoch kostenlose Alternative zu Adobe Premiere, die auf MacOS, Windows und Linux läuft (!). Es wird gerne im professionellen Bereich zur Farbkorrektur eingesetzt und immer mehr als komplette Videoschnitt-Suite. Vorteile der Software sind die hohe Integration aller Funktionen in einer Oberfläche: Mediensammlung (Media), Schnellschnitt (Cut), klassische Schnittoberfläche (Edit), Effekte (Fusion, entspricht Adobe AfterEffects), die berühmte Farbkorrektur (Color), Audiobearbeitung (Fairlight, entspricht Adobe Audition) und Export (Deliver). Üblicherweise verwendet man die Ansichten von links nach rechts. Man kann jederzeit zwischen den Funktionen wechseln, ohne Export oder Import, wie in der Adobe-Suite üblich.

DaVinci Module
DaVinci Resolve Module

Nachteile von DaVinci Resolve:

  • die Oberfläche ist derzeit nicht in Deutsch verfügbar, nur in Englisch und einigen anderen Sprachen
  • Die Lernkurve ist im Vergleich zu anderen Programmen höher. Ich finde, dass aber alles logisch aufgebaut ist. Man muss auch bedenken, dass DaVinci kein reines Videoschnittprogramm wie Premiere ist (siehe oben).

Sonderfall AVCHD mit Audiospur AC3 (Dolby Digital)

DaVinci Resolve kann viele Dateiformate verarbeiten, hat aber (bei mir sowohl in Free als auch Studio 16.0 und 16.1) Probleme mit dem proprietären Audioformat AC3, Teil des Videoformats AVCHD, das von vielen Camcordern verwendet wird. Importiert man die entsprechenden MTS-Videodateien, bleibt die Audiospur stumm. Außerdem wird die durchgehende Videoaufnahme durch AVCHD in ca. 4 GB große Dateien aufgeplittet.

Um das Problem zu beheben, empfiehlt sich die Verwendung von ffmpeg im Terminal oder die Re-Encodierung der Audiospur mit XMediaRecode in Windows.

MTS via ffmpeg zusammenfügen und AC3 in AAC konvertieren

Windows:

ffmpeg.exe -i "concat:00125.MTS|00126.MTS|00127.MTS" -vcodec copy -acodec aac -ab 320k -cutoff 22050 -sn out.mp4

Download für Windows: https://ffmpeg.zeranoe.com/builds/

MacOS & Linux:

./ffmpeg -i "concat:00125.MTS|00126.MTS|00127.MTS" -vcodec copy -acodec aac -ab 320k -cutoff 22050 -sn out.mp4

(identisch bis auf das in MacOS/Linux notwengige "./" zu Beginn (= führe aus aktuellem Ordner aus). Außerdem gibt es keine Dateiendung.

Download ffmpeg for MacOS: https://evermeet.cx/ffmpeg/ (rechts)
Linux: https://ffmpeg.org/download.html#build-linux

[Quelle für die Terminal-Befehle: https://www.videoartifact.com/tips/join-mts-files-using-ffmpeg/]

Für ffmpeg gibt es auch eine GUI (grafische Oberfläche): http://www.ffworks.net/

Konvertierung via XMediaRecode (Windows)

Audiospur nachträglich mit XMediaRecode von AC3 in AAC umzuwandeln:

Anschließend „Job hinzufügen“ und „Kodieren“ klicken. Der Vorgang dauert nicht lange, da nur die Audiospur konvertiert wird.

Alternativ mit dem Terminal, siehe unten. Der Befehl fügt alle MTS-Dateien zusammen und konvertiert das AC3 in AAC.

Externen Audiorecorder verwenden und Audiospur synchronisieren

Der Kameraton ist meist nicht besonders gut, reicht aber jedenfall kaum an die eines externen Recorders wie dem handlichen Zoom H1n heran. DaVinci kann automatisch das Audio der Videodatei durch das bessere WAV des Audiorecorders ersetzen:

DaVinci Auto Audio Sync
Audio automatisch mit DaVinci Resolve im Tab„Media“ abgleichen

Wird „… and Append Tracks“ ausgewählt, erstellt Resolve mit dem gesyncten Audio eine neue Spur anstatt die Audiospur des Videos zu ersetzen.

Weiterführende Links